Präsent Sein.


Präsent...

Kinder haben ein tiefes Bedürfnis nach Verbundenheit und liebevoller Geborgenheit. Wird dies verlässlich erfüllt, gibt es dem Kind Sicherheit und schafft Vertrauen. Eine sichere Bindung ist die optimale Voraussetzung, um gesund und glücklich gross zu werden. Um eine sichere Bindung zum Kind aufbauen zu können, muss man sich ihm als Vater oder Mutter feinfühlig zuwenden, ihm emotionale Nähe und Wärme geben und für das Kind präsent sein. Präsenz heisst, dass es Momente zwischen den beiden gibt, die nur ihnen gehören. Dabei erhält das Kind die ungeteilte Aufmerksamkeit, die Mutter oder der Vater interessiert sich dabei aufrichtig für das Kind, hört ihm einfach zu, nimmt es ernst und akzeptiert es so, wie es ist. Das Kind spürt dabei: „Du bist mir wichtig!“ In solch präsenten Momenten erhalten die Eltern auch ein Gespür dafür, die Botschaften, welche sich im kindlichen Verhalten äussern, wahrzunehmen, richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren.

 

Neben der Präsenz gegenüber dem Kind ist es zentral, dass wir auch uns selber immer wieder ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Dabei geht es darum, im Alltag achtsam zu sein, um frühzeitig wahrzunehmen, wenn mir etwas zu viel wird oder eine Situation sich für mich nicht stimmig anfühlt. Dies verhindert, dass ich mich selber überfordere und meinen Stress und meine Unzufriedenheit am Kind auslasse.  Achtsam sein heisst aber auch, mein eigenes Verhalten, Denken und Fühlen immer wieder zu reflektieren, wodurch ich mich selber weiterentwickeln kann.

Sein...

Damit wir überhaupt präsente Eltern sein können, müssen wir immer wieder vom Tun ins Sein kommen. Dies bedeutet, dass wir nicht nur den ganzen Tag wie ein Hamster im Hamsterrad fremdbestimmt funktionieren und versuchen, möglichst alle Erwartungen perfekt zu erfüllen. Wir müssen vielmehr wieder lernen, uns selber abzugrenzen, unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und nach Möglichkeiten zu erfüllen. Damit wir jedoch unsere Grenzen, Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen können, ist es notwendig, selber immer wieder zur Ruhe zu kommen, uns aus dem Hamsterrad auszuklinken und entspannen zu können. Wieder Kontakt zu unserem wahren Selbst zu finden und die eigenen Schwächen zu akzeptieren hilft uns,...

 

...auch den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu sein, ihr persönliches Ich und somit ihr eigenes Potenzial entfalten zu können. Nur wenn sich Kinder nicht verstellen müssen, können sie als Erwachsene ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen. Damit dies gelingt, brauchen Kinder bedingungslose Liebe. Wenn ein Kind bedingungslose Liebe erfährt, heisst das, dass es so akzeptiert und geliebt wird, wie es ist. Das Kind fühlt sich von den Eltern jederzeit angenommen: „Ich bin okay, so wie ich bin!“ Selbstverständlich darf das Verhalten des Kindes auch mal kritisiert und sollten Grenzen aufgezeigt werden, doch das Kind als Mensch ist immer in Ordnung. Unsere Liebe, welche wir dem Kind entgegenbringen, darf also nicht an Bedingungen geknüpft sein. Das Kind sollte nie das Gefühl bekommen, es müsse etwas Bestimmtes leisten, um geliebt zu werden.